Vereinsgeschichte

Den Verein „Eine Schule für alle in Lüneburg eV“ gibt es bereits seit 2007. Er entstand durch eine Gruppe von Eltern, die sich eine andere Schulform neben dem dreigliedrigen Schulsystem wünschten.

 

Bereits im ersten Schulkonzept waren viele reformpädagogische Elemente enthalten, wie Zeit zum selbstständigen Lernen, Jahrgangsmischung, Begleitung der Kinder statt Frontalunterricht.

 

Als sich der damalige Ministerpräsident Wulff während des Wahlkampfes zu der Zusicherung hinreißen ließ, künftig wieder die Gründung „Integrierter Gesamtschulen“ zu genehmigen, nutzte die Elterngruppe die Gelegenheit, die Stadtratsparteien für die Chance zu begeistern, eine solche Schule in Lüneburg zu etablieren. Es waren in der Kommunalpolitik sehr „dicke Bretter“ zu bohren bis endlich ein Antrag von Seiten der Stadt gestellt wurde.

 

Vorurteile wie: „Man kann eben nicht alle Kinder gleich beschulen“ und „sie wollen alle Kinder zum Abitur bringen, welch ein Unsinn“ oder „die leistungsstarken Kinder müssen die anderen Kinder mit durchschleppen“ , kamen immer wieder in den Diskussionen zum Tragen.

 

Eine große Fürsprecherin fand die Gruppe in Frau Lotze, die damals schon die Leitung des Schulausschusses inne hatte. Auch Frau Assenheimer aus der Landesschulbehörde unterstützte das Anliegen.

 

Während dieser Zeit hatte sich die Elterngruppe in eine „inoffizielle“ Planungsgruppe gewandelt. Damals waren Lehrkräfte hinzugekommen, die für sich die Entscheidung getroffen hatte, anders als bisher arbeiten zu wollen. Einige sind dann tatsächlich Lehrkräfte an unserer Schule geworden und bis heute dabei.

 

2008 war es endlich soweit: Die Errichtung einer Gesamtschule wurde genehmigt und eine „offizielle“ Planungsgruppe wurde eingerichtet. Herr Hummes übernahm die Leitung dieser Planungsgruppe. Einige Ideen aus dem ursprünglichen Konzept konnten übernommen werden, andere waren mit den Vorgaben des Ministeriums nicht zu vereinbaren, bzw. konnten in einer Halbtagsschule nicht realisiert werden. Dafür kamen neue Ideen hinzu.

 

So wurde das Prinzip der Bausteinarbeit übernommen, die Jahrgangsmischung vorerst zu Gunsten der festen Jahrgangsstrukturen, die eine lange Beziehungskontinuität gewährleisten sollen, auf Eis gelegt und die Tischgruppenarbeit (einschließlich der TG-Elternabende) eingeführt. Auch sie soll die Kinder zu festen Arbeits-und Sozialbeziehungen befähigen. Lernentwicklungsberichte sollten die Entwicklung der SchülerInnen besser erfassen als Ziffernzeugnisse und die Tuttizeit sollte zusätzliche Möglichkeit zu sozialem Lernen bieten.

 

Alle diese „Besonderheiten“ der IGS-Lüneburg sind inzwischen im Schulprogramm verankert.

 

Der „Gründungsverein“ der Schule hatte in seiner Satzung wohlweislich einen Passus enthalten, der ihn nahtlos als Förderverein der IGS-Lüneburg konstituierte, sollte diese Schule tatsächlich gegründet werden.

 

 

Die ersten Aktivitäten des Fördervereins:

In den ersten beiden Jahren waren die Eltern in vielerlei Hinsicht gefordert. Da es lediglich 5 bzw. dann 10 Klassen gab, aber alles neu angeschafft und neu „erfunden“ werden musste wurden viele Aufgaben in „Personalunion“ erledigt:

 

Zur ersten Einschulung brachten wir Buffet und Deko selber mit:

Viele Eltern waren sowohl im Schulelternrat (SER), Schulvorstand, Gesamtkonferenz und/ oder im Förderverein aktiv:

 

Es gab praktisch keine Infrastruktur. Alles musste neu erprobt, neu erdacht, neu angeschafft werden (was nicht zuletzt viel Zeit und Geld kostete).

 

 

Projektpräsentationen:

Die Buffets zu den Projektpräsentationen wurden damals noch nicht von einzelnen Klassen ausgerichtet. Es wurden vielmehr immer alle Eltern angeschrieben, was schwerer zu koordinieren war. Die Organisation lag damals noch ausschließlich in den Händen des Fördervereins. Es gab damals keinerlei Ausstattung. Das Geschirr wurde von St. Stephanus herüber „gerumpelt“, ebenso die Kaffeemaschinen, Kabeltrommeln usw.

 

Tassen, Teller und Besteck gab es nur in ganz geringer Zahl in den Küchen (zu der Zeit noch zwei), die aber noch unter der Regie von Haupt- und Realschule standen. Es war insgesamt im wahrsten Sinne des Wortes schwierig, unseren „Platz in dem Schulgebäude zu finden“, weil wir als vierte Schule hinzugekommen waren und natürlich keinerlei eigene Ausstattung mitbrachten. Alles musste mühsam zusammengesucht, angeschafft, übernommen werden.

 

 

Fußball WM:

2010 war das Jahr der Fußball WM. Das wurde an unserer Schule genutzt, um den Kids Land und Leute der antretenden Mannschaften näher zu bringen. Jede Klasse bildete selber zwei Mannschaften (aus den unterschiedlichen Ländern) und stellte ihr Land über ein Plakat in der Eingangshalle vor. Dann wurde, mit Hilfe vieler Eltern, der IGS- Fußball WM Sieger ausgespielt.

 

Heutzutage gibt es die Turniere (auch als Basketball oder Handballturnier), wenn sich die Jahrgangslehrkräfte zur Organisation bereit erklären und genug Eltern des Jahrgangs z.B. als Schiedsrichter unterstützen.

 

 

Schulvorstellung:
Die ersten Schulvorstellungen für interessierte Schülerinnen, Schüler und Eltern waren eine große Herausforderung. Ein Kollegium von 10 -, im zweiten Jahr ung. 18 Lehrkräften musste mit starker Elternhilfe die ganze Planung und Durchführung übernehmen. 300-400 Eltern und fast so viele Kinder durch die Schule zu schleusen und dabei noch anschaulich die wichtigsten Infos über die Schule zu vermitteln, ist ein echter Drahtseilakt. Noch dazu in einer Schule, die nur zu einem kleinen Teil „unsere“ Schule war.


Wir Eltern haben uns bemüht, ein leckeres Buffet zu zaubern, um alle nach dem anstrengenden Rundgang wieder aufzubauen.


Es war wirklich erstaunlich mit welcher Ausdauer die Eltern der ersten Jahrgänge Kuchen und Brezeln beigesteuert haben. Manchmal trauten wir uns von Förderverein kaum noch in einer Rundmail schon wieder um Unterstützung zu bitten.

 

BuZi:
Die Idee des bunten Zimmers entstand aus der Motivation der Eltern heraus, die Lehrkäfte, die ja zu dem Zeitpunkt in kleiner Zahl „die Quadratur des Kreises“ zu bewältigen hatten, sinnvoll zu unterstützen. Die Lehrkräfte hatten den normalen Unterricht zu bewältigen, mussten alle Vertretungen leisten, Bausteine erarbeiten, die Schule konzeptionell weiterentwickeln, die ersten LEB´s „erfinden“, überhaupt erst mal Materialien für die Schule besorgen (für Sport, NW Unterricht usw.), TG Abende erproben und gleichzeitig kommissarisch alle Fachgruppenleitungsaufgaben übernehmen, neue Kollegen einarbeiten……..

 

Die Frage der Eltern nach einer sinnvollen Entlastung führte zu der Einführung der BuZi´s

Sie sollten ermöglichen, die Kinder an einem geschützten Ort selbstständig arbeiten zu lassen, die dazu schon in der Lage waren, ihnen auch die Möglichkeit bieten, in Ruhe Arbeiten nachzuschreiben und den Lehrkräften damit den Freiraum zu geben, den Unterrichtsstoff zu vertiefen bzw. fortzusetzen.

 

Es gab in unseren besten Zeiten tatsächlich drei Buzi´s gleichzeitig. Für jeden vorhandenen Jahrgang eines. Das schrumpfte dann leider zusammen, weil nicht mehr genug Räume zur Verfügung standen, aber auch nicht mehr genug Eltern mitmachten, um mehr als einen Raum zu besetzen.

 

BuZi-Arbeit ist wirklich eine tolle Tätigkeit. Es gab und gibt Kinder, denen man anmerkt, dass sie die Nähe einer Vertrauensperson suchen, dass sie sich freuen, ins BuZi zu kommen und die Unterstützung genießen.

 

Deshalb auch noch mal an dieser Stelle: Unterstützen Sie diese tolle Arbeit, die unmittelbar Ihren Kindern zu Gute kommt (denn jedes Kind wir sicher einmal in die Lage kommen, einen Test nachschreiben zu müssen) und Ihnen mit Sicherheit viel Spaß machen wird.

 

Anschaffung des „Veranstaltungsmaterials“
Wie schon mehrfach beschrieben, war zu Beginn nichts vorhanden, was hätte genutzt werden können. Alles musste ausgeliehen werden. Da ging es zunächst um eine Basisausstattung: Eine große Kaffeemaschine, Teller, Tassen, Kabeltrommel, Servierplatten usw.


Zunächst war das, was wir hatten noch im Heizungskeller untergebracht und musste von dort mühsam raufgeschleppt werden. Es war eine Riesenerleichterung, als wir die Sachen dann auf der Cafeteria-Ebene (provisorisch) unterbringen konnten. Es hat auch eine Weile gedauert, bis sich die Plastikcontainer als sinnvolle Verpackungs- und Transporteinheit herausstellten.

 

Ein „Quantensprung“ war es, als wir endlich die Schrankwand im NW-Trakt einweihen konnten. Jetzt muss man nicht mehr alles mühsam umschichten, wenn man etwas in die passende Box zurücksortieren möchte.

 

Die Materialien sind allen Lehrkräften und Klassen zugänglich. Sie können ausgeliehen werden. Wichtig ist dabei natürlich, dass Beschädigungen angezeigt werden, damit wir rechtzeitig vor der nächsten großen Veranstaltung für Ersatz sorgen können.

 

Die Schrankwand hat übrigens um die 4000,-€ gekostet und die Anschaffung wurde im Vereinsvorstand reiflich überlegt. Wir haben uns aber letztlich dafür entschieden, weil wir in einem öffentlichen Raum bestimmten Standards gerecht werden müssen und selber ganz sicher gehen wollten, dass nicht eines Tages jemandem ein Regalteil auf den Kopf fällt.

 

Der Waldtag:

Seitdem es unsere Schule gibt, ist es zur Tradition geworden, dass in den Klassen 5 und 6 jeweils ein Tag im Wald verbracht wird.

 

Der ganze Jahrgang begibt sich gemeinsam in den in Fußnähe gelegenen Tiergarten, um gemeinsam Erfahrungen im Bereich Erlebnis- und Waldpädagogik zu machen.

 

Diese Waldtage können unterschiedlich organisiert sein, aber ein gemeinsames Ziel verfolgen sie alle. Über den Lernort Wald können die Schülerinnen und Schüler in Teams gemeinsame Erfahrungen sammeln, die über eine anschließende Reflexionsphase mit der ganzen Klasse in den Schulalltag genommen werden können.

 

Musical at school:

Seit einigen Jahren können Schülerinnen und Schüler des 6. Jahrganges am Projekt „Musical at School“ teilnehmen. Innerhalb einer Woche bringen die Schülerinnen und Schüler ein Musical auf die Bühne und werden von Profis betreut. Der Förderverein unterstützt dieses Projekt, in dem er sich u.a. um das Rahmenprogramm kümmert.

 

Schulhofaktion:

Über insgesamt drei Jahre wurde der Schulhof der IGS Lüneburg komplett umgebaut und über eine Arbeitsgruppe bestehend aus Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften neu geplant, Gelder wurden organisiert und umgebaut. Klettergerüste wurden selber entworfen und aufgestellt. Dies wäre alles nicht möglich gewesen, wenn wir als Förderverein diesen langen Prozess nicht mit begleitet hätten.

 

Kompletter neuer Vorstand seit 25. August 2016 und geänderte Satzung:

Nach 9 Jahren erfolgreicher Gründungs- und Vereinsarbeit hat sich der ursprüngliche Vorstand rund um Anke Hinrichs zurückgezogen und ein neuer Vorstand wurde gewählt (aktuell siehe bitte --> Vorstand).
In der Mitgliederversammlung am 2.2.2017 wurde eine geänderte Satzung verabschiedet, die den Vereinszweck mehr auf die finanziellen Aspekte eines Fördervereins fokussieren läßt.